Welche Farbe haben Deine Tränen
24.08.2018 - 26.08.2018

Ein Wochenende für Kinder- und Jugendliche die Trauern

Wir sind überzeugt davon, dass jedes Kind und jede*r Jugendliche eine eigene innere Kernkraft, eine weisheitsvolle Energie des wachsen und werden in sich trägt.
Damit diese Kraft sich weiterentwickeln kann, ist es wichtig das Kinder und Jugendliche die Sprache ihrer Gefühle verstehen.
Wenn sie sehen,  fühlen und erleben das sie mit dem Trauermonster nicht alleine sind und wenn Tränen, Wut und Angst da sein dürfen können sie das traumatische erleben des Verlustes als Ereignis integrieren und wachsen daran.
Wenn Trauer nicht „erlebt“ werden darf, vielleicht noch mit neuen Aufgaben (Z.B. Du musst jetzt stark sein oder jetzt musst Du besonders brav sein) versehen werden zeigt sich die Trauer der Kinder/Jugendlichen durch auffälliges  (Wutattacken, Konsum durch betäubende Mittel, Gewalt oder in sich zurückziehen) Verhalten. Sie können ihren Alltag nicht mehr bewältigen.
Auch Familie verändert sich, muss sich neu ausrichten. Eltern sind sehr oft überfordert ihre Kinder/Jugendliche in ihrer Trauer zu unterstützen da sie mit ihrem eigenen Erleben schon sehr gefordert sind. Gefühle schwingen in einer Familie nicht zeitgleich und die Fürsorge kann nicht geleistet werden. Dadurch sind die Kinder/Jugendliche doppelt belastet.

Im bisher bekannten Angebot fehlen Facetten in denen Kids einen Raum über längere Zeit gegeben wird ihre Gefühle  in sicherer Atmosphäre zu erforschen.  In denen sie über einen ganzes Wochenende Gemeinsamkeit durch Gemeinschaft  leben dürfen und damit ein Weg der Heilung gehen können.

 Wir betrachten die Folgen des traumatischen Verlustes nicht als Krankheit. Wir wissen aber dass es krank machen kann. Deshalb möchten wir mit den unterschiedlichsten kreativen Möglichkeiten Wege aufzeigen  mit der Trauer zu leben.

Ereignisse, wie den Verlust eines Familienmitgliedes,  sind prägend für den Lebensweg – können aber mit guter Betreuung stark machen.

In einer Zeit, in der junge Menschen lernen wer sie selber sind und wer sie sein möchten ist es besonders wichtig zu erkennen das alle Gefühle gelebt werden müssen damit sie ihre eigene Persönlichkeit entfalten können.

Wer sind wir?

Wir sind Trauerbegleiter aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich für ein Miteinander stark machen wollen, wir möchten einladen Gefühle wahrzunehmen und zu leben.

Interesse an der Veranstaltung "Welche Farben haben Deine Tränen"

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Eva Kersting-Rader

Bestatterin, Trauerbegleiterin und Kunsttherapeutin

Mit Farbe und Pinsel machen wir uns auf die Suche nach dem versteckten Gefühl. Wir schauen wie es sichtbar werden darf, was besonders wichtig für uns ist. Was muss geschützt werden? Was darf sich verwandeln.  Und: was sind meine Bedürfnisse und Wünsche. Wie kann ich diese erkennen und für mich umsetzten?

Dr. Martin Kreuels
Biologe, Autor, Fotograf, Dozent für Männertrauer, Sterbe- und Trauerbegleiter
Gründer der Männersprechstunde in Leer, Reinheim und Erbach.

Martin steht nicht nur für Männertrauer, auch die Arbeit mit männlichen Kids/Jugendlichen liegt ihm sehr am Herzen. Als Witwer und Vater von 4 lebenden und 2 Sternenkindern, kennt er sich aus, wenn Kinder traurig sind
Wir werden mit dem Stilmittel der Fotografie arbeiten und so eine Darstellungsform schaffen, die unserer Trauer entspricht. Jeder Workshop Teilnehmer ist ein eingeladen, sein Bild zu schaffen.

 

 

Christoph Gilsbach
Zauberer, Pantomime, Moderator, Entertainer, Clinik-Clown

Ich bin 56er Jahrgang, am Bodensee geboren und dort - wie kann es anders sein – habe ich als Jungfrau das Licht der Welt erblickt. In meinem späteren Leben studierte ich, begeistert von Marcel Marceau, klassische Pantomime im Stil der großen Meister Barrault und Marceau an der Folkwang-Hochschule in Essen. Die Figur des Clowns schulte ich in weiteren Ausbildungen bei Künstlern wie Guiseppe Ingala (Florenz), Katie Duck (New York) und Pierre Byland (Paris). Seit 1998 bin ich als Clinic-Clown an der Universitätsklinik Münster mit meiner Figur "Prof. Spaghetti" tätig.

Die heilende Wirkung des freundlichen Augenblicks
Humor (der clowneske Blick) ist eine Grundhaltung zum Leben. Er beinhaltet die Bereitschaft uns selbst, den anderen und die neuen Situationen so anzunehmen wie sie sind. Die Magie der roten Nase (kleinste Maske der Welt) eröffnet oftmals den Zugang zum inneren Freund und Clown und hilft dadurch Distanz zu traurigen und ausweglosen Situationen aufzubauen. Wir machen uns auf den Weg die heilsame Kraft des Clowns in uns zu entdecken. Der Clown nimmt uns an die Hand und ermöglicht uns neue heilsame Sichtweisen und überraschende Blickwinkel auf Trauer und Abschied. Der Clown an sich ist ein verbündeter der Kinder. Sie erkennen sich in ihm wieder -sie sind somit nicht mehr alleine. Er ist der Freund der Kinder, Helfer in schwierigen Situationen und teilt Freud und Leid mit ihnen.

Madita van Hülsen und Anemone Zeim
kennen sich besonders gut mit Erinnerungsstücken aus. Hier werden die Kids gebeten Erinnerungsstücke mitzubringen. Es dürfen ruhig mehrere sein.
Gemeinsam mit den Kids schaffen wir ein einmaliges Erinnerungsstück, das dem Leben und dem Charakter des Verstorbenen entspricht. Behutsam sprechen wir über das Erlebte, den Verstorbenen und den Erwartungen an das Erinnerungsstück.

Anhand dieser Stücke wird aus diesem EINEN ein Erinnerungsstück ein Symbol geschaffen welches dann die heilende Kraft bringt und trägt.

Wir kümmern uns in besonderer Weise um das Wohl von  Kindern, da wir uns mit einem Thema beschäftigen, was in der Gesellschaft nur noch sehr selten einen Platz  findet: die  Trauer,  speziell wenn ein Kind  einen geliebten Menschen  verloren hat. Wir setzen dem Tod etwas entgegen: Das Leben. Wer trauert ist nicht krank sondern braucht Raum,  Zeit,  Farbe und Verständnis für seine  Gefühlswelten und  Erinnerungen

Helga Schmidtke
Krankenschwester, Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin, Sternenkindbestatterin

Das Innere Kind, oder DAS LEBEN WILL GEFÜHLT WERDEN

Der gesunde Kontakt zu uns selbst ist die Basis des Lebens. Dazu darf ich mir meiner eigenen Geschichte bewusst werden -auch um dahinter versteckte Geschenke, Fähigkeiten und Werkzeuge entdecken zu können, die das Leben für mich bereithält.

Die „Abspaltung „ unseres Inneren Kindes  erleben wir emotional so vielfältig und unterschiedlich wie das Leben nun mal so ist. Alle Emotionen, die uns das Leben so bietet spielen hier eine Rolle. Wut, Angst, Überforderung, Kraftlosigkeit, Antriebslosigkeit, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Depression, Burn out-alles das  sind Zustände die uns in der Arbeit mit dem Inneren Kind sehr gut bekannt sind. Wir sind in der Überlebensstrategie und versuchen, unser Leben irgendwie zu meistern. Doch vergessen wir dabei leider, unsere WIRKLICHEN Wünsche wahrzunehmen und diese auch zu leben. Wenn wir es wahrnehmen, gelingt es uns dann leider mehr schlecht als recht…Doch warum ist das eigentlich so?

Durch den Kontaktverlust des Inneren Kindes geht das  „sich fühlen“ leider verloren. Wie geht es mir gerade und was sind jetzt im Moment gerade meine Bedürfnisse? Oft sind wir mit solch einer einfachen Frage schon hoffnungslos überfordert.

Tag für Tag erleben wir uns in einer Art Kampf ums Überleben. Die Trauer lähmt uns und all die anderen Emotionen, die auch noch in uns Schlummern.

Der Kapitän auf unserem Schiff des Lebens sollte das Innere Kind sein, das uns sicher und achtsam durch all die Emotionsstürme der Trauer lenkt.

Dieses Wochenende möchte euch die Möglichkeit geben, euer Inneres Kind kennen, -und lieben zu lernen und auf eine gesunde Art und Weise wieder in euer tägliches Leben zu integrieren.

Barbara Coppers
Erzieherin, Schulsozialarbeiterin, Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin, Autorin, Personenzentrierte Beraterin, Entspannungspädagogin

Mit Barbara gehen die Kids erst auf eine Phantasiereise und danach werden die Eindrücke im Speckstein ausgedrückt. Barbara liebt es draußen zu sein. Für sie gibt es kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung.

Durch das breitgefächerte Handlungsfeld werden besonders die Ressourcen und die Selbstheilungskräfte der Kinder und Jugendlichen im Trauerprozess von Barbara Coppers auf unterschiedlichen Ebenen angesprochen.

Gerade das Zusammenspiel von Gesprächs,- und Entspannungsangeboten, kreativem Tun mit Y-Tong, oder die Herausforderung durch Sequenzen aus dem Niedrigseilgarten ist für die Kinder und Jugendlichen ein interessantes Angebot. Hier entsteht die Möglichkeit Ressourcen, Selbstvertrauen und Stabilität aufzubauen,- und eines sich, für die betroffenen Kinder und Jugendlichen,

„selbst annehmen“, mit allen Gefühlen und Farben der Trauer.

Barbara Coppers ist das 8. Kind von insgesamt 10 Kindern und ist in einem Mehrgenerationshaus aufgewachsen.