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Vor 15 Jahren bin ich mit den Themen Sterben, Tod und Trauer in Berührung gekommen. Die Erfahrungen, die ich damals machen durfte, weckten den Wunsch in mir den Umgang damit zu verändern.

Damals steckte die Hospizbewegung in Deutschland noch in ihren Anfängen. Bestattungen wurden traditionell abgehalten und Trauerbegleitung war ein Fremdwort in unserer Region.

Ich spürte, dass ich in meinem ursprünglichem Beruf der Küchenmeisterin nicht mehr „zu Hause“ war. Lange Zeit war ich hin und hergerissen, ob ich weiter in diesem Beruf bleiben oder doch lieber meinem Gefühl folgen soll. Nach vielen Gesprächen mit meiner Familie bin ich meiner Bestimmung gefolgt.

Erst habe ich den Beruf der geprüften Bestatterin bei der Handwerkskammer Dortmund erlernt. Eine aufregende Zeit. Was ich in dieser Ausbildung

alles lernen durfte, das war unerwartet.

Neben dem fachlichen Teil haben wir Särge gebaut und ausgeschlagen.

Wir haben ein „ElfÜrken“ nach alter handwerklicher Tradition getrunken und Gräber ausgehoben. Sarg- und Urnengräber. Im Februar bei Eis und Schnee mit gefrorenem Boden. Auf einem Waldfriedhof ohne Maschinen. Tatsächlich habe ich während der Ausbildung durch eine Klassenkameradin von Trauerbegleitung gehört. Hier fügte sich zusammen, was in meiner damaligen Vision zusammengehört. Menschen in Abschiedsprozessen ganzheitlich zu begleiten. Denn wir begleiten Familienangehörige auf einem ihrer schwersten Wege bis zur Beisetzung. Die Familie wird traditionell nach der Beerdigung und der Erledigung der Formalitäten ihrer Trauer überlassen. Das fühlte sich für mich so fremd an.

So habe ich 2014/2015 das weiterbildende Studium zur professionalisierten Verlust- und Trauerbegleiterin an der Universität Essen bei Prof. Dr. Langenmay absolviert. Zeitgleich habe ich 2014 in der Werkstatt für Kunst und Therapie bei Ulrich Stöveken eine dreijährige Ausbildung zur Kunsttherapeutin gemacht. Was soll ich sagen: heute bin ich sowohl beruflich als auch privat angekommen.

Mein/e Beruf/ung gliedert sich in 3 Aufgabengebiete:

Die Aufgabe der Bestatterin (Bestattungshaus Kersting) und die der Trauerbegleiterin BVT und Kunsttherapeutin. Hier fungiere ich in zwei Bereichen: Einmal mit meinem Unternehmen Lebenskunst Kersting für meine Arbeitsbereiche kollegiale Fallberatung, Trauerbegleitung in Einzelbegleitung und Krisenintervention.

Der zweite Schwerpunkt ist die Begleitung. Über den Verein Lebenswege Niederrhein e.V. begleite ich Menschen in Trauergruppen.

Bisher habe ich meine Arbeit eher im Verborgenen verrichtet. Mir war und ist der geschützte Raum meiner Klienten sehr wichtig. Auch wenn wir jetzt deutlich sichtbarer werden, bleibt das gewahrt.

Heute darf ich sagen: ich bin angekommen, auch räumlich. Wir ziehen um. Unsere neue Adresse lautet: Bahnhofstraße 26, in Rees-Haldern.

Mit meinem Team freue ich mich, wenn Sie uns in der Zeit von 11:00 h – 13:00 h am 04.07.2020 besuchen kommen.

Herzlichst, Ihre und Deine

Eva Kersting-Rader